Was ist eine Drohne?
Drohnen oder unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) sind Flugsysteme ohne menschliche Piloten. Diese Fluggeräte verändern die Landwirtschaft, Überwachung, Lieferdienste und Fotografie und andere Bereiche grundlegend. Neueste Drohnentechnologie macht sie smarter, sicherer und branchenübergreifend einsetzbar.
Klassifiziert werden Drohnen üblicherweise nach Größe, Reichweite und Anwendungsfeld. Manche sind klein und kompakt, andere eher mittelgroß. Ihre Reichweite variiert von wenigen Metern bei kleinen und kompakten Drohnen bis zu Tausenden an Kilometern bei großen Drohnen.
Was wäre eine Drohne ohne Antriebstechnik?
Eine der wichtigsten Komponenten bei Drohnen ist eben ihr Antriebssystem: Mehrere Rotoren sorgen für Stabilität und Manövrierfähigkeit und lassen die Drohne schweben und sich in verschiedene Richtungen bewegen. Das Steuerungssystem der Drohne nutzt Kameras, GPS-Modulen, Radar, Infrarotsensoren, Inertialmesseinheiten (IMUs) und teilweise auch LIDAR zur Hinderniserkennung und präzisen Navigation sowie Kommunikationsverbindungen zur Datenübertragung in Echtzeit.
Welche Drohnentypen gibt es?

Kategorisierung der Drohnentypen aus konstruktiver Sicht
Multikopter-Drohnen
Multikopter-Drohnen sind Quadcopter, Hexacopter und Octacopter. Diese bestehen aus mehreren, symmetrisch angeordneten Rotoren mit Propellern. Sie sind hocheffizient und können senkrecht starten und landen. Sie sind der am weitesten verbreitete Drohnentyp. Quadcopter-Motoren sind speziell für optimalen Schub und Stabilität ausgelegt und gewährleisten so einen ruhigen Flug und präzise Manövrierbarkeit. Dieser Drohnentyp wird häufig für Luftbildfotografie, Überwachung und Inspektion sowie Hobbyanwendungen eingesetzt.
Starrflügler-Drohnen
Diese Drohnen ähneln herkömmlichen Flugzeugen mit Tragflächen. Sie sind im Flug effizient und legen große Entfernungen zurück. Starrflügler-Drohnen eignen sich für die Kartierung großer Entfernungen, die landwirtschaftliche Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln und die Verteidigungsüberwachung. Sie werden im Allgemeinen für Luftbildkartierung, Überwachung und Landwirtschaft eingesetzt.
Einrotor-Drohnen
Diese Drohnen bestehen aus einem einzelnen Rotor und einem Heckrotor für bessere Stabilität und Steuerung. Sie haben eine hubschrauberähnliche Struktur und sind effizienter als Multikopter für den Transport schwererer Nutzlasten. Einrotor-Drohnen sind aufgrund ihrer hohen Kosten und komplexen Bauweise im Vergleich zu Multirotor-Drohnen weniger verbreitet.
Hybrid-VTOL-Drohnen
Hybrid-VTOL-Drohnen vereinen die Eigenschaften von Starrflügler- und Multirotor-Drohnen. Sie verfügen über die Fähigkeit zum senkrechten Starten und Landen sowie über einen effizienten Vorwärtsflug. Sie eignen sich für Luftbildkartierung, Überwachung und Frachttransport.

Kategorisierung der Drohnentypen nach anwendungsspezifischer Ausstattung
Fotodrohnen
Diese Drohnen sind für die Aufnahme hochwertiger Fotos und Videos konzipiert. Sie sind mit hochauflösenden Kameras, GPS und Funktionen wie Autopilot und Hindernisvermeidung ausgestattet.
Bürstenlose Gimbal-Motoren stabilisieren die Kamera und gewährleisten so ruckelfreie Aufnahmen auch bei dynamischen Flugbewegungen.
Militärdrohnen
Diese Drohnen werden vom Militär zur Überwachung, Informationsgewinnung und Verteidigung eingesetzt. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Konfigurationen, von kleinen Aufklärungsdrohnen bis hin zu großen bewaffneten Drohnen.
Agrardrohnen
Diese Drohnen werden in der Landwirtschaft eingesetzt, beispielsweise zur Pflanzenüberwachung, Schädlingsbekämpfung, Pflanzenschutz und Präzisionsbewässerung. Dies unterstützt Landwirte bei der Erzielung höherer Erträge und der Durchführung qualitativ hochwertigerer, landwirtschaftlicher Arbeiten.
Bürstenlose Gleichstrommotoren sorgen in diesen Drohnen für zuverlässige Leistung, höhere Effizienz und die für den dauerhaften Einsatz in der Landwirtschaft benötigte Energie.
Einsatzdrohnen für den Katastrophenschutz
Einsatzdrohnen werden von Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutzkräften eingesetzt, um Katastrophenlagen zu beurteilen und medizinische Hilfsgüter sowie Kommunikationsausrüstung bereitzustellen.
Diese Drohnen verwenden drehmomentstarke Kardanwellenmotoren, um Kameras und Sensoren zu stabilisieren und so in kritischen Umgebungen klare Bilder und präzise Datenerfassung zu gewährleisten.

Wie arbeitet eine Drohne?
Motoren und Propeller erzeugen Auftrieb und ermöglichen die Fortbewegung der Drohne durch Geschwindigkeitsanpassung. Rotorblattverstellung ist nicht vorhanden und somit verändert sich bei Multirotordrohnen die Motordrehzahl, um das Fluggefährt zu neigen, zu drehen oder eine Position zu halten. Herzstück der Drohne ist ein Flugcontroller, der die Daten verschiedener Sensoren wie Gyroskope, Beschleunigungsmesser und GPS verwendet, um Gleichgewicht und Richtung halten zu können. Die Motorleistung wird anhand der Vorgaben des Flugcontrollers über einen elektronischen Drehzahlregler gesteuert.
Werden Befehle wie Gas, Nick- und Rollwinkel sowie Gierwinkel gesendet, so führt ein Multikopter die gewollten Aufgaben konsequent aus. Auftrieb wird durch die kombinierte Schubkraft der Rotoren erzeugt. Die Steuerung gelingt über minimale Schubveränderungen. Zum Nicken und Rollen werden die Motoren hinten bzw. auf einer Seite beschleunigt und vorn bzw. auf der anderen Seite gebremst. Das Gieren wird durch das Rotordrehmoment erzeugt: Motoren, die in eine Richtung drehen, werden beschleunigt, während gegenläufige Motoren abgebremst werden. Dadurch dreht sich das Fluggerät um sich selbst, ohne an Flughöhe zu verlieren.
So simpel dieses Funktionsprinzip auch wirkt, so präszise arbeitet eine Drohne in Bodennähe, in der Nähe von Gebäuden und in beengten Lufträumen. Sie schwebt über Dächern, um Türme und Masten herum wie auch oberhalb von Menschengruppen.
Drohnen werden typischerweise mit Lithium-Polymer-Akkus (LiPo) betrieben, die ein gutes Verhältnis von Gewicht und Energiekapazität bieten. Diese Akkus versorgen die Motoren, den Controller und weitere Systeme der Drohne mit Strom.
Für welche Anwendungsfelder werden Drohnen genutzt?
Industrie und Energie
- Anlageninspektion: Öl- und Gas-Infrastruktur, Raffinerien, Pipelines und Industrieanlagen
- Windenergie: Inspektion von Rotorblättern, Naben und Türmen
- Solarenergie: Thermische Inspektion von Solarmodulen zur Fehlererkennung
- Bergbau: Grubenplanung, Vermessung, Volumenmessungen, Sicherheitskontrollen
Verkehr und Mobilität
- Verkehrsüberwachung: Stauanalyse, Baustellenüberblick und Ereignismanagement
- Maritime Anwendungen: Überwachung von Küsten, Flüssen und Schiffsverkehr, Seenotunterstützung
Infrastruktur und Bau
- Vermessung und Kartierung: Erstellung von Lageplänen und Höhenmodellen
- Energieinfrastruktur: Prüfung von Stromleitungen, Umspannwerken und Windkraftanlagen
- Telekommunikation: Inspektion und teilweise Unterstützung von Mobilfunk- und Sendemasten
- Landnutzung und Stadtplanung: Analyse von Flächen, Bebauung und Infrastruktur
- Brücken-, Straßen- und Tunnelprüfung: Schnellere Sichtprüfung mit weniger Risiko für Menschen
- Gebäudeinspektion: Kontrolle von Dächern, Fassaden, Gerüsten und schwer zugänglichen Stellen
- Baufortschritt: Vermessung von Baustellen, Volumenberechnung, Soll-Ist-Abgleich
Land- und Forstwirtschaft
- Pflanzenmonitoring: Früherkennung von Stress, Krankheiten und Nährstoffmangel
- Präzisionsspritzung: Gezielter Einsatz von Wasser, Dünger oder Pflanzenschutzmitteln
- Bewässerungsmanagement: Erkennen von Trockenstress und Optimieren der Wasserverteilung
- Tier- und Weidemanagement: Überwachung von Nutztieren, Einzäunungen und Weideflächen
- Forstwirtschaft: Waldzustand, Aufforstung, Schädlings- und Brandmonitoring
Umwelt und Natur
- Umweltmonitoring: Luftqualität, Erosionen, Gewässer, Küsten und Schutzgebiete
- Wildtierbeobachtung: Zählungen und Beobachtungen ohne Störung der Tiere
- Natur- und Klimaforschung: Messungen, Probenahme und Langzeitbeobachtungen
Luftbild, Foto und Medien
- Aerial Photography und Videografie: Für Filmaufnahmen, Werbung, Events, Tourismus und Immobilien
- Content-Produktion: Social-Media-Visuals, Drohnen-Shots für Dokumentationen und TV
- Fotogrammetrie für Medienprojekte: 3D-Visualisierungen, virtuelle Rundgänge und digitale Zwillinge
- Luft- und Lichtshows: "Drohnenballett"
Rettung und öffentliche Sicherheit
- Such- und Rettungsdienst: Suche nach Vermissten, u.a. auch mit Wärmebildkameras
- Katastrophenschutz: Lagebilder nach Überschwemmungen, Erdbeben, Stürmen, Bränden
- Feuerwehr: Erkundung von Brandherden, Glutnestern und Gefahrenzonen
- Polizei: Lageüberwachung, Tatortdokumentation und Einsatzkoordination
Logistik und Lieferung
- Paket- und Lieferdienste: Letzte Meile, Expresslieferungen
- Medizinische Versorgung: Transport von Blut, Proben, Medikamenten, Notfallmaterial
- Lager- und Lieferkettenüberwachung: Bestandskontrolle und operative Unterstützung in großen Arealen.
Militär und Sicherheit
- Aufklärung und Überwachung: Beobachtung, Zielerfassung und Lageanalyse
- Target Drones: Als Übungs- und Zielsysteme in der Ausbildung
- Bewaffnete Systeme: In manchen Streitkräften auch für Kampfeinsätze genutzt
Forschung und Technik
- Testen von Sensorik und Autonomie: Navigation, Hinderniserkennung und KI-gestützte Flugsteuerung
- Luftgestützte Datenerfassung: Thermik, multispektrale Daten, 3D-Scanning und Inspektionsdaten
- Entwicklung innovativer unbemannter Fluggeräte
Was ist bei der Motorwahl für den Drohnenantrieb zu beachten?
Spezifikationen für Drohnenmotoren
Die Auswahl des richtigen Drohnenmotors erfordert die Bewertung mehrerer entscheidender Spezifikationen:
Flugstabilität
Schubkraft
Effizienz
Gesamtleistung
Parameter für die passende Motorisierung
- KV-Wert (U/min pro Volt)
Der KV-Wert gibt an, wie viele Umdrehungen pro Minute ein bürstenloser Gleichstrommotor (BLDC-Motor) pro Volt Spannung ohne Last dreht.
Motoren mit hohem KV-Wert:
Motoren mit hohem KV-Wert (z. B. 1000 KV bis 2500 KV) drehen sich schneller und sind ideal für Renndrohnen, bei denen Geschwindigkeit Priorität hat.
Motoren mit niedrigem KV-Wert:
Motoren mit niedrigem KV-Wert (z. B. 400 bis 800 KV) drehen sich langsamer, bieten aber ein höheres Drehmoment. Dadurch eignen sie sich ideal für Schwerlastdrohnen mit hoher Nutzlast.
- Schubkraft (g oder kg)
Die Schubkraft ist die nach oben gerichtete Kraft, die der Drohnenmotor mit einem bestimmten Propeller erzeugen kann. Für einen stabilen Flug muss die Schubkraft des Motors das Gewicht der Drohne übersteigen. Für ein reibungsloses Manövrieren und eine optimale Nutzlastunterstützung wird üblicherweise ein Schub-Gewichts-Verhältnis von 2:1 empfohlen.
- Spannung (V)
Die Spannung bezeichnet das elektrische Potenzial (den Strom), das vom Akku an den Drohnenmotor geliefert wird. Sie bestimmt, wie schnell und effizient ein Motor arbeiten kann. Jeder Drohnenmotor hat eine empfohlene Spannung (7,4 V bis 22,2 V), die zum Akkutyp der Drohne passen muss.
- Leistung (W)
Die Leistung eines Drohnenmotors bezeichnet die Menge an elektrischer Energie, die in mechanische Leistung umgewandelt wird, und wird in Watt (W) gemessen. Berechnung: Leistung = Spannung × Stromstärke
Hochleistungsmotoren:
Sie liefern mehr Schub und unterstützen große Propeller, wodurch sie sich ideal für Schwerlastdrohnen eignen.
Leistungsschwache Motoren:
Sie verbrauchen weniger Energie und eignen sich für leichte Drohnen mit langen Flugzeiten.
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